Amber and Gold

Gegründet im Winter 2003.

Amber and Gold

Das Künstler-Duo Amber and Gold wurde von Philipp Hofstätter und Stefan Frankenberger „zur Bündelung gemeinsamer Interessen“ gegründet. Ihr Werk umfasst Musik, darstellende, performative Kunst, Film und „Organisationskunst“.

Projekte 2008
  • denkmal, eine als Forschungsprojekt getarnte Touristenpersiflage wird an diversen Wiener Orten (Stadtpark, Burggarten) aufgeführt.
  • Einreichung von DeCell bei der österr. EXPO-2010-Kommission zur Gestaltung des österr. Pavillons bei der Expo in Schanghai. Die Arbeit, die eine große Kuppelarchitektur mit Bepflanzung und Musik vorgesehen hat, wird von der Jury lobend erwähnt.
  • Wiederaufnahme der Musik-Performance ...in den freien Raum in Bratislava im Rahmen der EURO 2008 (s. Projekte 2006)
  • Die Musikperformance efemer wird am Donaufestival Krems uraufgeführt. 4 Musiker improvisierten 24 Stunden lang über den auf diese Dauer gedehnten Popsong „take me out" von Franz Ferdinand. Dabei sind sie permanent unter Beobachtung des Publikums live und online. Hinterher wurde die Musik- also die Improvisation mitsamt der gedehnten Matrix - und die Dauerfilmaufnahmen wieder auf die Ursprungslänge des Songs komprimiert. Das Ergebnis war ein Remix des Songs plus Musikvideo.
in Planung:
  • die beiden efemer-Nachfolgeproduktionen "creation" und "crescendo" befinden sich in der Konzeptionsphase. Letzteres ist eine Versuchsanordnung zur Musikalität von Pflanzen, erstere eine Arbeit zum Haydn-Jahr 2009, eine Bearbeitung der „Schöpfung".
  • erste Planungen zum Literatur-Verlag syphillis. Er soll eine Plattform für bisher unbekannte und unterschätzte AutorInnen werden, der hauptsächlich online operiert.
  • die Ausstellung "arbeit". Sie soll Aspekte des menschlichen Phänomens „Arbeit" beleuchten, die bisher keine Beachtung fanden.
Projekte 2007 (u.a.)
  • die Medienperformance lies mich!: Steve Amber schleust sich bei der Kleinen Zeitung ein und manipuliert den Inhalt der Freitagsausgabe derart, daß eine Leserbriefflut die Briefkästen und Postfächer des Verlags verstopfen. 
  • bei einem coco-Konzert anlässlich einer Ausstellung der Galeristin und Malerin Sylvie Proidl zerschlitzt Steve Amber die Felle seines Schlagzeugs, bemalt und verkauft die Fetzen als „Kunst" und nimmt damit kritisch zur Willkürlichkeit des finanziellen Erfolgs bei Kunst Stellung.
Projekte 2006 (u.a.)
  • Bei einem coco-Konzert auf der Bühne einer Menschenrechtsorganisation kommt es zu einem Eklat: Amber und Gold und die Kaffeemühlenspielerin Szusza I., gänzlich Körper in Alufolie gekleidet, werden während des Songs „wählt weiß!", der kritisch zur bevorstehenden Nationalratswahl Stellung nimmt, von der Fremdenpolizei festgenommen, weil sie mit ihrem „offensichtlich fremdländischen Outfit öffentliches Aufsehen" erregen und zum Wahlboykott aufrufen.
  • die Performance Lärm wird im Wiener Odeon-Theater im Rahmen der Langen Nacht der Musik uraufgeführt. Durch den großen Saal werden akustische Abbilder von Düsenjägern, Dampfwalzen, Rasenmähern etc. in Surround-Technik geschickt. Die Show wird überschattet durch Ausschreitungen zwischen den Performern Mathias P. und Paul S. auf der einen und der Hausleitung auf der anderen Seite.
  • anlässlich der Fußball-WM wird in Wien die Musik-Performance ...in den freien Raum erstmals präsentiert. Es handelt sich um eine live-Vertonung eines Fußballspiels. Das Publikum sieht das Spiel auf einer Leinwand, jedoch ohne Ton, die Musik ist die einzige Klangquelle. Es zeigte sich, dass nicht mehr das Spiel den Spannungsbogen bestimmt, sondern die Musik: anstatt das Spiel zu vertonen, wurde das Fußballspiel eine Bebilderung der Musik: eine interessante Umkehrung der Master-Slave-Theorie in der Medienkunst.
Projekte 2003-2005
  • erste gemeinsame Ausstellung Winter 2003/04 in der Galerie HATSOV (kurat. von Simone Frey),"amber and gold retrospektive". Es folgen noch weitere: "20 Jahre HATSOV" (2004) und"Sehnsucht" (2005). Diese beinhalteten auch Werke anderer Künstler, was A&G's Schaffen als Kuratoren (in Nachfolge von S. Frey) einleitete. Namhafte Künstler wie Falland Weisigrich, Trons Eimer stellten seitdem bei HATSOV aus.
  • 2004: Gründung von coco , der musikalische Arm von Amber and Gold. Zahlreiche Konzerte, v.a. in Galerien, auf Vernissagen und div. Independentbühnen in Wien.

Es stand immer die Verbindung von Musik und konzeptueller Kunst im Mittelpunkt: einerseits in Form der Instrumentierung (u.a. Schreibmaschine, Auspuff, Volksempfänger), der Aufführungspraxis (s.o.) und natürlich des Inhalts.

Hier einige Highlights:

  • * auf Einladung der Band Colore Blind spielen coco ihr erstes Konzert beim Soho in Ottakring 2004: die Leute sind begeistert vom „America is a miracle", bei der ein VW-Bus-Auspuff perkussiv traktiert wird.
  • beim Konzert in der k'haus-Passage 2005 wird die Techno-Saga „1973" präsentiert; sie erzählt davon, dass mit dem Auftauchen der ersten digitalen Uhr Omega im Jahre 1973 die Umwandlung der menschlichen Zivilisation in eine reine internationale Dienstleistergesellschaft begonnen wurde, deren Konzerne eine totale Überwachung des Menschen einführen und schließlich durch Kriege gegeneinander den Planeten ausradieren.
  • die Ausstellung everything's to buy der Galerie 561 in Landshut eröffnete coco als Ausstellungsstücke: die ganze Bühne war als Schaufenster gestaltet, Amber und Gold als Schaufensterpuppen, an ihnen und allem anderen hingen Preisschilder als Zeichen der Käuflichkeit. Erst als das Publikum näherkam, begann die Musik: als Lärminferno, das alle wieder zurückschrecken ließ.
  • das zweite Konzert von coco stand im Schatten des amerikanischen Kriegs im Irak. So erklärten Amber and Gold vor dem Song „America is a miracle" den USA den Krieg und riefen auch das Publikum dazu auf.
  • bei der Ausweihungsfeier der Galerie Engelhorn fand das erste Schreibmaschinen-Battle zwischen Amber und Gold statt: zu der Techno-Nummer „Triumph N°6" schrieben sie ein der eine schrieb Fragen, der andere, ohne diese zu kennen, die Antworten. Es war die konsequente Weiterführung der „spontanen Monologe", die Amber schon zuvor bei Konzerten schrieb und dann fotokopieren und im Publikum verteilen ließ. Dieses Konzert wurde mitgeschnitten und später als coco der Film herausgegeben.
  • Ende 2004 wird die CD deltasigma (δς) mit Klassikern wie „coitus introitus", „der Blender" und „ja te volim, ja te jebem" herausgegeben.


„Amber and Gold sind ein Gespann, das auf vielen Hochzeiten tanzt: Musik, Ausstellungen, Web Design. Performance, Installationen, Verlagswesen. Konventionen des Kunstbetriebs werden durch die Methode der Imitation und Bespiegelung hinterfragt, die Provokation ist kein Selbstzweck, sondern höchstens Zweck der Eigenbelustigung und Fremdkatharsis. Sie beeinflußten mich und viele andere Künstler nachhaltig."

- Boris Slijvic -